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Weihnachtshütte Lübeck

Mit Hilfe des Anfang 2009 durch die Lübeck Travemünde Marketing GmbH in Kooperation mit dem Architektur-ForumLübeck e.V. und der Fachhochschule Lübeck Fachbereich Bauwesen ausgelobten „Design-Wettbewerbs“ soll Lübeck als „Weihnachtstadt des Nordens“ noch attraktiver werden und ein geschlossenes Gesamterscheinungsbild erhalten, in dem die unterschiedlichen Facetten themen- und qualitätsorientiert aufeinander abgestimmt, entwickelt und umgesetzt werden.
Im Rahmen des Wettbewerbs wurden drei Hauptpreise sowie ein Sonderpreis für Innovation von der Jury vergeben. „Der Sonderpreis ist zusätzlich verliehen worden, um den außergewöhnlichen Entwurf aufgrund seiner hohen Kreativität und visionären Kraft auszuzeichnen“, so Prof. Dr.-Ing. Joachim Heisel, Vorsitzender des Preisgerichtes.

Auszug aus dem Juryprotokoll:
„Der Beitrag schlägt kristallähnliche Gebäudestrukturen mit individuellen Formen vor, die sich frei über den Marktplatz verteilen. Es entsteht ein Weihnachtsdorf mit vielfältigen Gassen und Plätzen, die sehr spannungsvoll erscheinen, neugierig machen und ein besonderes räumliches Erlebnis bieten. Die goldfarbig leuchtenden Körper ergeben einen spannungsvollen Kontrast zum Hintergrund der Marktbebauung. Kleinere Bauten gleicher Art werden in der Breiten Straße frei angeordnet. Wie Wasser Steine im Flussbett umströmt kann der Strom der Passanten in der Breiten Straße die Bauten umfließen.
Die Jury erkennt hier einen sehr eigenständigen und ausdrucksstarken Beitrag, der mit Sicherheit einen hohen Aufmerksamkeitswert besitzt.“

Auszug aus dem Erläuterungsbericht zum Wettbewerb:
Geschliffene Bernsteine.
Die Kubatur der Handelshütten gleicht geschliffenen, funkelnden Bernsteinen, die locker im Gebiet des Weihnachtsmarktes angeschwemmt wurden. Gerade in der Vielzahl entwickeln diese Bernsteine eine ganz eigene Poesie, bilden Räume, Plätze, Gassen. Unattraktive Rückseiten wie bei den bisherigen Buden soll es nicht mehr geben - die Marktstände werden allseitig bespielt. Der Straßenraum, gerade in der hektischen Weihnachtszeit ein Ort hoher Dichte und linearer Bewegung, erhält eine eigene, neue Dynamik. Die Körper nehmen sowohl zu den angrenzenden Ladengeschäften aber auch zueinander Kontakt auf. Unattraktive Zwischen- und Restflächen werden so vermieden.

Alt / Neu.
Die Handelshütten erhalten eine ganz eigene, einzigartige Gestaltung, die dem Lübecker Weihnachtsmarkt als Marke dauerhaft eine enorme Wiedererkennung gibt. In Material, Form und Farbigkeit stehen die zeitlosen “Bernsteine” im spannungsvollem Dialog mit der Altstadt.

Material.
Die Handelshütten erhalten eine geschlossene, edel glänzende Oberfläche aus einer Legierung aus Kupfer und Aluminium. Das Dach, als fünfte Fassade, besteht aus milchig schimmernden Polycarbonatplatten, die durch Einbaustrahler den abendlichen Himmel über dem Markt zart beleuchten. So bleibt der Markt auch nach den Öffnungszeiten lebendig.

DIE UMSETZUNG - DAS ZIEL.
Aufgrund der großen Begeisterung der Vertreter der LTM und dem freundlichen Zuspruch der Wettbewerbsjury ist nun auch der sogenannte Innovationspreis realisiert worden. Dieser wurde fast ausschließlich durch Sponsoren finanziert, geplant und realisiert. Auch wenn aufgrund des begrenzten Zeit- und Finanzierungsbudgets vielleicht nicht alle Details und Ideen wie gewünscht umgesetzt werden konnten, kann die Hütte als 1:1-Modell in den kommenden Jahren für das Konzept Klingenberg 2011 werben.
Kernidee des Konzeptes der LTM ist es, inszenierte Märkte mit thematischen Schwerpunkten zu schaffen, die sich sowohl inhaltlich als auch gestalterisch voneinander abheben. Hierbei werden die Märkte in das jeweilige architektonische Umfeld integriert. In diesem Zusammenhang ist die Gestaltung des Klingenbergs als skandinavischer Weihnachtsmarkt mit skandinavischem Kunsthandwerk, Händler- und Gastronomieangebot Teil des Gesamtkonzeptes zur Umgestaltung. „Wunsch der LTM ist es, den mit dem Innovationspreis ausgezeichneten Entwurf für die Weihnachtshütten des skandinavischen Marktes zu übernehmen und somit nach der Neugestaltung des Klingenberges einen besonderen Ort für Kunsthandwerk, Handel und Gastronomie zu etablieren.” (Andrea Gastager)

Warum Klingenberg?
Der Klingenberg wird in den nächsten Jahren zum neuen Endpunkt der Fußgängerzone werden. Durch die Aufwertung und Verkehrsberuhigung der Sandstraße bekommt auch der Klingenberg eine größere Bedeutung als Ort mit Aufenthaltsqualität. Im Rahmen der Perspektivenwerkstatt zur Umgestaltung der Fußgängerzone im Jahre 2007 wurde dem Klingenberg das Thema “Sehen und gesehen werden” zugewiesen. Der Ort wurde auch als Ort für gesellschaftliche Events (z.B. für Public Viewing etc.) gesehen. Ähnlich wie die neu gestaltete Obertrave kann auch der Klingenberg ein neuer, zusätzlicher Baustein des Lübecker Weihnachtsmarktes sein.

 

Veröffentlichungen:
AMC - Le Moniteur Architecture, Frankreich | Ausgabe 05/2012
AIT, Deutschland | Ausgabe 10/2012

Mit
Jörn Simonsen

 

Wettbewerb 2009
Sonderpreis Innovation 


Veröffentlichungen:
AMC, 05/2012, Frankreich
AIT, 10/2012, Deutschland

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